Rezension
in MUSIC-SCAN Nov 02:
Manchmal gewinne ich die Hoffnung in gute, deutschsprachige
Popmusik zurück. Das passiert mir immer dann, wenn
mir so gelungene Scheiben wie "Modellsee"
ins Haus flattern. Bei Scheiben wie dieser oder der
neuen Kettcar beginnt man für kurze Zeit zu glauben,
dass es doch noch nicht alles am Ende ist, ja dass man
vielmehr einen neuen Anfang wagt. GoTo Okay bewegen
sich kontinuierlich in dem Spannungsfeld von verzerrt
und clean, von laut und leise, gebrochen und ganz, durchdacht
und spontan und immer finden sie ihren Weg aus der Misere.
Sie erfinden dabei das Rad keineswegs neu, aber lassen
sich auch nicht auf die verstörenden Kompromisse
vieler ihrer Kollegen ein. Die Songs sind dabei allesamt
von einer unterschwelligen Melancholie geprägt,
die, so dumm es sich auch anhört, sehr deutsch
klingt. Doch GoTo Okay gehen konsequent ihren Weg und
ich bin mir sicher, dass man von der Band in Zukunft
noch einiges hören wird.
Matthias
www.music-scan.de
Rezension
in ALTERNATIVENATION Okt 02:
der aufbruch. die neue heimlichkeit. heimlich wird komponiert,
kreiert und kopiert. in den hinterhöfen deutscher
städte, die osnabrück heißen zum beispiel.
und man nennt sich goto okay, irgendwas universelles,
damit ja keiner merkt, dass hier deutsch gesungen wird.
blumfeld sind älter geworden, ostzonensuppenwürfelmachenkrebs
sind tot, an krebs gestorben. wer übernimmt das
ruder, wer bemüht sich um den erhalt der deutschen
sprache in der populärmusik? goto okay bieten sich
mit ihrem debüt modellsee an. und sie sind nach
berlin gezogen.
da wollen ja im moment alle hin. von wegen berliner
schule. und rockmusik mit deutscher linguistik trägt
heute namen wie virginia jetzt!, killerkouche, der österreichische
geheimtipp garish und etliche andere. goto okay reihen
sich ein in die schlange, bekommen mit modellsee aber
direkt einen platz ganz weit vorne. goto okay vermittelt
aufbruchsstimmung ohne ziel. hier geht die welt unter
und goto okay gucken zu (welt unter), sie fahren nach
kassel mit bus oder bahn (kassel) oder beklagen die
rezession (rezession). "halt den kopf hoch/ du
schaffst das schon." das begeistert genau so, als
wenn die sterne singen, dass sie ihren rhythmus variieren.
goto okay vertonen die gesittete bürgersteigkultur
deutscher mittelgroßstädte. der soundtrack
zwischen osnabrück und kassel. jetzt geht es nach
berlin. vielleicht wird alles etwas pathetischer, großräumiger
und internationaler. auf jeden fall sind goto okay interessant.
und wir schätzen vor allem die interessanten.
was kann man nun festhalten, hier am papier, das gar
keines ist? das goto okay okay geht? das man nicht weiß
wo sie enden? aber das sie auf jeden fall schon mal
aufgebrochen sind? gut so. sehr gut.
simon
www.alternativenation.de
Rezension in BLOOM Okt 02:
Goto Okay sind eine Osnabrücker Band, die Gitarre-Bass-Schlagzeug-Musik
mit Tempo, Abwechslung, vielen Breaks und interessanten
Texten machen. Ihre erste Platte, die sie am 14.10. bei
dem kleinen Berliner Label Sound Guerilla veröffentlichen
trägt den Titel "Modellsee". Wenn man der
Plattenfirma glauben will, dann bedienen sich Goto Okay
"klarer Gesangslinien", die sie in den Mittelpunkt
ihrer Musik stellen: "Die Melodie schreibt das Lied".
Ganz soweit würde ich dann doch nicht gehen, denn
die Instrumente beweisen meist wesentlich mehr Melodiegefühl,
als die Gesangsstimme, die sich haupsächlich monoton
durch die Songs bewegt. Die Arrangements sind abwechslungsreich
und dennoch meist überschaubar, man fühlt sich
nicht verloren in einer Musik, die sich nur selbst beweisen
will.
Nein, ganz im Gegenteil, es dauert nicht lange, bis man
sich richtig wohlfühlt, bis man automatisch einige
besonders prägnante Textstellen mitsingt. "Wir
wollen wissen, was die Leute antreibt und was sie vermissen"
heisst es gleich im ersten Stück "Schock",
um gleich danach zuzugeben "man sieht es ihnen
nicht gleich an - Kummer trifft die Falschen - was bleibt
dann". Nicht alle Texte erschliessen sich dem
Hörer unmittelbar, etwa das Stück "Kassel"
mit dem eher nichtssagenden Refrain: "Ich fahre
nach Kassel, mit dem Bus oder Bahn, dieses Mal schon,
dieses Mal schon". Viele Texte auf dieser Platte
wirken irgendwie abstrakt, sind aber dennoch das Reinhören
mehr als Wert, zumal die Musik ins Ohr geht. Es gibt nichts
auf "Modellsee", was man nicht schon in ähnlicher
Form irgendwo gehört hat, in einigen Passagen erinnern
sie gar ein wenig an die "Sterne". Und doch
haben sie etwas ziemlich eigenes, treibendes, manchmal
auch melancholisches, das aber immer wieder von der Musik
aufgefangen wird. Mal ruhig, mit melodiöser Gitarrenbegleitung
und seichtem Schlagzeug, ein anderes mal mit schreienden
Gitarren und viel Power - langweilig wird diese CD nicht
so schnell. Mir ist sie mittlerweile sogar richtig ans
Herz gewachsen und ich hoffe nur, dass sich Goto Okay
nicht zu viel Zeit damit lassen, ihr nächstes Album
zusammenzustellen. "Oben auf dem roten Turm stehe
ich und hör Dir zu - wie gesagt ist alles aus! Auf!
Auf!"
Ralf
www.bloom.de
Rezension in ELEKTROLURCH Okt 02:
Versprochen ist versprochen, auch wenn es über 2
Jahre dauert - der Lurch bleibt am Ball.
Langer Rede kurzer Sinn, das Debut von GOTO OKAY ist endlich
zu haben. Am 14.10.2002 könnt ihr den durchaus gelungenen
Erstling "modellsee" bei eurem Plattendealer
erwerben.
Ein kleines Stück geschichtliche Aufarbeitung, denn
GOTO OKAY gehörten mit zu den ersten Gästen
auf unserer Seite und schon damals mit dem ersten Demo
"Cargo" war klar, daß es sich bei GOTO
OKAY keinesfalls um ein kurzzeitiges Aufblitzen eines
mittelmäßigen deutschsprachigen Newcomers handelte.
Die Musik der drei Neuberliner lebt mit und von der Melodie.
Die Gesangslinien betten sich in die interessant gestalteten
Songstrukturen und es entstehen kurzweilige Songs, die
ins Ohr gehen und auch das Herz nicht kalt lassen.
Trotz ihrer komplexen Struktur wirken alle 12 Songs keinesfalls
kopflastig und laden ein, oft gehört und immer wieder
neu entdeckt zu werden.
Mawe
www.elektrolurch.com
Rezension
auf AMAZON.DE Nov 02:
Melancholie
für eine gute Zukunft
"Ich leide so super" haben einmal "Was
Wa Wa" gesagt.
Auch Goto Okay haben nichts dagegen, wenn es einmal
etwas schmerzt, wenn das Heimweh quält. Doch Goto
Okay fahren nicht zurück nach Hause, denn es gibt
noch so viel zu entdecken!
Die deutschsprachigen Texte lassen viel Raum zum Reisen.
Vielleicht treiben sie einen einsam und verlassen über
eine der grünen Wiesen von Island und lassen die
Sehnsucht nach dem Freund oder der Freundin unerträglich
erscheinen. Doch noch am Abend vor dem wärmenden
Kamin erkennt man zufrieden wie schön der Tag war!
Wem diese Beschreibung der Musik von Goto Okay zu pathetisch
war: Goto Okay machen deutschsprachigen, positiv-melancholischen
Gitarren-Pop, der Parallelen zu Bands,wie z.B. den Sternen,
Kante, Blumfeld oder Tocotronic aufweist. Sie sind aber
anders; die Instrumente werden immer überraschend
und intelligent eingesetzt und geben den Stücken
(trotz ihres Hitpotentials) eine vertrackten, aber nie
nervenden Charme.
Mario
Pätzold
www.amazon.de
Rezension
auf MUSIKMAGNET jan 03:
Goto
Okay sind aus Osnabrück nach Berlin gekommen, aber
anhören tut es sich, als hätten sie in Washington
einen Plattenvertrag bei Dischord ausgeschlagen um für
den Rest ihres Lebens in Hamburg zu Schule zu gehen.
Sperrige Popsongs erwarten uns also, die mit klugen
deutschen Texten aufwarten.
Das Debut heißt "Modellsee" und ist
schon ein ganz großer Wurf. Zwischen Krachgitarren
und schlauen Arrangements bleibt immer Platz für
eine große Melodie und schon nach dem zweiten
Durchhören will man nur noch am Modellsee in der
Sonne liegen. Nach Kettcar legen also auch Goto Okay
einen fulminanten Start hin und solche Debuts lassen
Großes für Zukunft hoffen.
Holger
Gross
www.musicmagnet.de
Rezension
auf SPORTSFREUNDIN jan 03:
Also,
ich persönlich steh ja auf deutsche Texte! Ob Tocotronic
(das neue Album: Klasse!), Die Sterne (was machen die
eigentlich gerade?) oder Blumfeld (leider produzieren
die heutzutage nur noch Schmalz bzw. Schimpf und Schande),
um nur drei der Veteranen deutscher Gitarrenpopmusik
zu nennen. Ganz stramm in obengenannter Tradition kommen
jetzt auch Goto Okay aus Berlin mit ihrem Debütalbum
"Modellsee" daher. Geschmeidigster Gitarrenpop
mit lyrischen Texten... Einfach schön!! Sicherlich,
das ist schon mal da gewesen ich sage nur Hamburger
Schule, s.o. - doch haben Goto Okay einen absolut eigenen
Charme zu bieten. Vielleicht liegt das ja daran, dass
die Jungs gerade eben von Osnabrück nach Berlin
gezogen und daher noch nicht im Großstadtsumpf
total verdorben worden sind? Egal. Hauptsache ist, dass
die Musik wirklich schön ist, die Texte intelligent
sind und die Scheiblette einfach Spaß macht. Ob
beim Autofahren, Nägel lackieren oder ordentlich
einen Joint durchziehen, da kann man nämlich so
totaaaal intensiv die Texte und.... blablabla! Lange
Rede, kurzer Sinn: Kauft euch das Dingen und jut is!
Katja
Vaders
www.sportsfreundin.de
Rezension
in der
NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG jan 03:
Wer
auf der Goto-Okay-Homepage auf den Link "Heimat"
klickt, müsste eigentlich postwendend nach Osnabrück
gelangen. Denn da kommen die drei Wahlberliner Birk
Hagemeyer, Falk Schlukat und Mathias Rolfes her, und
dort haben sie sich auch ihre ersten musikalischen Meriten
verdient. Doch weit gefehlt: Wer auf "Heimat"
klickt, landet wieder am Anfang - damit ist nichts als
"Homepage" gemeint.
Sie
haben also etwas für deutsche Wörter übrig
(der Bandname ist wohl nichts als die Ausnahme, die
die Regel bestätigt). Und deshalb singen sie auch
deutsch. "Die Texte", sagen sie, "erzählen
vom Aufbrechen und Nichtankommenwollen". Das typische
Lebensgefühl von Twentysomethings also, gewürzt
mit einer kräftigen Prise gebrochener Melancholie
- so, wie man es von Heerscharen junger Literaten kennt
und Bücher wie "Liegen lernen". Doch,
und das ist eine nicht zu vernachlässigende Qualität
von Goto Okay, bemühen sich die Texte um einen
eigenen Zugang zu einem in der Literatur schon fast
überbesiedelten Feld.
Das
Angenehme am nicht mehr ganz blutjungen Alter der drei:
Sie haben schon genug (Musik-)Erfahrung im Leib, um
tatsächlich etwas zu sagen zu haben, statt die
ältesten Klischees auszugraben und zu denken, sie
hätten die Quadratur des Kreises geschafft. Natürlich
sind gewisse Parallelen zur Hamburger Schule, zu den
Suppenwürfeln, nicht von der Hand zu weisen, dennoch
gelingt es Goto Okay, mit der Minimalbesetzung Gitarre/Bass/Schlagzeug
alle Plattitüden zu umschiffen. Und damit gelingt
es ihnen, Konkurrenten wie Virginia Jetzt! aus dem Stand
auf die Plätze zu verweisen.
Bereits
2000 wurde das erste Demo "Cargo" wohlwollend
aufgenommen, das Goto Okay die Tür zum kleinen
Label Sound Guerilla öffnete und schließlich
den ersehnten Vertrag bescherte. Bleibt zu hoffen, dass
ihnen jetzt der Schritt zu einer größeren
Company gelingt - dann werden sie bald über VIVA
flimmern und bei Charlotte herumsitzen. Und hoffentlich
wohl erzählen, dass "Heimat" nicht nur
eine Homepage ist.
Adrian
Schwarz
neue
osnabrücker zeitung
Rezension
auf CROSSOVER jan 03:
Schon
mal eine Rezension gelesen, die aus nur einem Satz besteht?
(Geht auf www.guc-area.de; Nr. 18; Stormwind: Reflections
- Anm. rls) Der Satz hieße: Das Debütalbum
"modellsee" von GOTO OKAY klingt so, als hätten
Die Sterne zusammen mit Blumfeld ein wunderschönes
Klangerlebnis zusammengebastelt.
Aber
dem Leser reicht so was ja nicht. Der will lesen und
lesen, bis ihm die Augen schmerzen. Dabei kann es so
einfach sein. Er müsste sich nur in den gutsortierten
Musikalienhandel aufmachen, "modellsee" erweben
und glücklich werden. Doch um der schreibenden
Zunft gerecht zu werden, möchte ich trotzdem einige
Zeilen verlieren. GOTO OKAY sparen ja auch nicht mit
Worten:
Drei Wochen fuhr ich "modellsee" in meinem
Auto spazieren und nach und nach begann sich mir dieses
Album zu erschließen. Einfach war es nicht, die
wortreichen Texte gedanklich zu erklimmen. Zuweilen
sind die Assoziationsketten der Texter sehr verwirrend
und erscheinen "sinnlos" (das böse Wort).
Doch wer Drogen nimmt weiß: einmal reicht nicht
und seit ich mir "modellsee" ohral verabreiche,
kann ich diese Erfahrung nachvollziehen. Stück
wird Stück wird klarer, was uns die Poeten sagen
möchten. Deshalb bin ich zuversichtlich, in drei,
vier Monaten verstanden zu haben, was mir "hawaii",
"interview" oder "copy cool" sagen
möchten.
Die
weiß, grün gehaltene CD beginnt gleich mit
vier Meisterwerken. "schock", "auf",
"kassel" und "rezession" sind Kleinodien
der deutschen Musik. Ich kann GOTO OKAY nur eine brillante
Verschmelzung von Text und Klang bescheinigen. Der "schock"
ruft wahrlich heraus, dann "auf"-blende Scheinwerfer,
mit vertrackt-genialen Rhythmuseinlagen. In "kassel"
bekommt man Lust einfach in den "bus oder bahn"
zu steigen, diese Stadt zu bereisen und während
der Fahrt über Oliven und Herrn Meyer nachzudenken.
Aktueller als in "rezession" geht es nimmer
und selbst der arbeitsloseste Konsument wird sich freiwillig
dem Gedanken stellen: "wollen wir dies ändern?".
Für den alternativen Physikunterricht eignet sich
"kopf hoch" bestens. Wann kann der Schüler
schon mal vorgesungen bekommen, wie ein Stein in Zeitlupe
herunterfällt? Und was passiert dann? Trifft er
oder nicht? Track 12 beschließt die CD mit dem
streicherprallen Stück "welt unter" -
so einen schönen Weltuntergang habe ich noch nicht
gehört. Wie gerne möchte auch ich mit meinen
Tragetaschen danebenstehen und entspannt zusehen "wie
alles untergeht".
Zudem
ist auch der Sound dieser CD durchweg angenehm. Sauber
gespielte cleane Gitarren und zirpende Sequenzerpassagen
werden untermalt (malen trifft es gut) von Klavier und
einem Akkordeon, bei dem man sich wünscht es wäre
öfter zu hören. Weiterhin erklingen Horn,
Trompete und Querflöte und machen "modellsee"
für jegliche Ohren geschmeidig.
Ach
so viel könnte ich mir noch von der Seele schreiben,
aber "wenn ich briefe schreibe/ganz still und leise/dann
kommt nur wenig an ..."
Ein abschließender Satz sei mir noch erlaubt,
schließlich habe ich lange darauf gewartet, wann
ich den endlich mal einsetzen darf. Hier ist er: Für
Alben dieser Art wurde die "repeat"-Taste
erfunden.
Marco
Schlunk
crossover
Rezension
auf GAESTELISTE.DE märz 03:
Goto
Okay sind seltsam. Man legt das Album "Modellsee"
in den Player und fühlt sich unverhofft in die
Neunziger zurückversetzt. Eine Zeit also, in der
Platten von Blumfeld, Aroma Gold oder Svevo nicht unerhebliche
Relevanz hatten. Das erstaunliche an den Songs des zwischenzeitlich
in Berlin beheimateten Trios ist die fast schon unverschämte
Perfektion und Stilsicherheit, mit der sie jene deutlichen
Einflüsse adaptieren und daraus etwas Eigenes kreieren,
das in der deutschsprachigen Popmusik momentan seinesgleichen
sucht. Mit Songs wie "Kassel" oder "Rezession"
hat man Stücke am Start, die problemlos das Zeug
zum Klassiker haben. Goto Okay spielen in einer eigenen
Liga. Richtig passen sie nirgends dazu. Man ist weder
groovy wie Tele oder Geschmeido, noch vordergründig
catchy wie viele Bands aus Berlin. "Modellsee"
ist eine Platte, die vor allem durch ihre textliche
wie musikalische Vielseitigkeit begeistert. Langweilig
wird es nie. Fein!
Carsten
Wilhelm
gaesteliste.de
Rezension
auf PHLOW.DE mai 03:
Vielleicht
ist der Bandname Goto Okay wirklich so pragmatisch gemeint,
wie er
scheint. Eine Aufwärts-bewegung ist recht versteckt,
dennoch deutlich spürbar. Das Debutalbum Modellsee
vereint Songs, die einem gitarrenungeübten Hörer
wir mir, sich schlicht einfach nicht sofort erschließen.
Ja, ein Album mit klassischem Setup: Gitarre, Gesang,
Bass und Schlagzeug - vereinzelt Streicher und Bläser.
Das, was anfänglich trist und überraschend
un-funky auf mich wirkte, entwickelte sich nach mehrmaligen
Hören zu kleinen Mini-Oden, die sich öffnen
und in gespielter Lässigkeit Verknüpfungen
zu heimlichen Pathosmomenten des Lebens herstellen.
Das poppig angehauchte "Rezession" überrascht
durch seine Eindrücklichkeit und beschwört
auf verwirrend sehnsüchtige Weise unsere gesamtpolitische
Situation. Also: umdenken. Überhaupt finden sich
hier ungeahnt interessante Momentaufnahmen. Dezent eingestreute
musikalische Details unterstützen den Fluss der
Songs, die als Ohrwurm getarnt die überaus trickreichen
Lyrics sogar in völlig ruhige Momente schleusst.
Sehr schön auch, dass Goto Okay in der Lage sind,
ambivalent die Uneindeutigkeit zu kultivieren, was den
Songs oftmals eine nicht enden wollende Frische gibt.
Für Freunde von Gitarrenklängen definitiv
ein Tipp. Für alle anderen gibt es drei leckere
mp3 auf ihrer Homepage zum Vorkosten.
Martin
Wisniowski
phlow.de